SEG – Schnell-Einsatz-Gruppe „Betreuung“

Letzter SEG-Einsatz am 7.03.2010 Feuer in einem Mehrfamilienhaus

Seit dem Ende des kalten Krieges hat sich das Anforderungsprofil an den zivilen Katastrophenschutz grundlegend geändert. Der Katastrophenschutz im herkömmlichen Sinne mit Vorlaufzeiten von 24 Stunden und mehr war fast ausschließlich auf den Verteidigungsfall ausgelegt und ist für die heutigen Einsatzfelder ungeeignet weil zu langsam. Dies trat besonders deutlich und tragisch bei der Katastrophe von Ramstein zutage, hier zeigten sich gravierende Mängel im Rettungssystem bei Schadenslagen, die die Kapazitäten des regulären Rettungsdienstes überfordern.

Die Konsequenz, die die Bundesländer und Kommunen in ihrer Eigenschaft als Träger des Katastrophenschutzes hieraus zogen, war die Abschaffung der KatS-Züge und im Gegenzug die Einrichtung von Schnell-Einsatz-Gruppen. Diese SEG’en sind spezialisierte Teams aus ehrenamtlichen Helfern, die bei Bedarf nach dem Prinzip der freiwilligen Feuerwehren alarmiert werden und binnen ca. 30 Minuten Einsatzbereitschaft herstellen können.

Die SEG’en wurden bei allen Hilfsorganisationen eingerichtet und decken im Wesentlichen folgende Einsatzfelder ab:

  1. Sanitätsdienst
    Direkte Unterstützung des Rettungsdienstes bei größeren Schadensereignissen, z.B. durch Besetzung zusätzlicher Rettungsfahrzeuge oder Einrichtung von Verbandplätzen.

  2. Betreuungssdienst
    Evakuierung und vorübergehende Unterbringung von Personen, die von einem Schadensereignis zwar betroffen, aber nicht oder nur leicht verletzt sind (z.B. bei Hausbränden, Überschwemmungen, Unfällen etc.)

  3. Verpflegungsdienst
    Selbsterklärend, meist in Zusammenarbeit mit dem Betreuungsdienst

  4. Technischer Dienst
    Stromversorgung, Wasseraufbereitung und dergleichen mehr.

Der OV Mainz des DRK bildet seit einigen Jahren zusammen mit dem OV Gonsenheim und der DLRG Mainz die Schnell-Einsatz-Gruppe „Betreuung“ der Stadt Mainz. Seit der Einrichtung hat die Einsatzfrequenz vor allem im Winterhalbjahr spürbar zugenommen. Die Einsätze reichen von geplanten Einsätzen bei Bombenräumungen bis zu Notfalleinsätzen bei z.B. Hausbränden.

Zur Erhaltung der Einsatzfähigkeit gehört neben der Ausrüstung und der Ausbildung der Helfer auch die regelmäßige Teilnahme an Übungen, die zum einen die Arbeitsabläufe trainieren und zum anderen Mängel aufdecken helfen. Eine solche, wenn auch relativ kleine, war die Übung anlässlich der TÜV-Abnahme des „Neuen Mainzer Tunnels“ am Hauptbahnhof im Juli 2003.

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